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5 Fakten über Urlaubsrecht, die JEDER kennen sollte

Posted on August 03, 2018 by Alejandro Mcconnaughy
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5 Fakten über Urlaubsrecht, die JEDER kennen sollte

© iStock
Job & Geld
Tanja Koch

von Tanja Koch Veröffentlicht am 5. Dezember 2018

Resturlaub ins neue Jahr übertragen? An Heiligabend freinehmen? Spätestens im Dezember stellt sich die Frage nach den Rechten und Pflichten von Arbeitnehmern beim Thema Urlaub. Das sind die 5 wichtigsten Fakten.

Eigentlich beginnt mit dem Dezember die besinnliche Adventszeit. Am Arbeitsplatz sieht es aber oft anders aus. Vor dem Weihnachtsurlaub müssen noch möglichst viele To-dos abgehakt werden. Die Urlaubsplanung für das neue Jahr muss abgegeben werden. Und was ist eigentlich mit den übrigen Urlaubstagen, für die bei all dem Stress keine Zeit mehr bleibt? Dürfen die mit ins neue Jahr genommen werden?

​Glücklicherweise sind die wichtigsten Rechte und Pflichten zum Thema Urlaub gesetzlich festgelegt. Wenn du die folgenden fünf Fakten bei deiner Planung berücksichtigst, bist du auf der sicheren Seite - von Urlaub in der Probezeit bis Auszahlung von Resturlaub.

1. Darf ich in der Probezeit Urlaub nehmen?

Jaein. Für den vollen Urlaubsanspruch musst du schon mindestens sechs Monate lang auf der Stelle beschäftigt sein. Eine dreiwöchige Reise oder ähnliches solltest du für das erste halbe Jahr deiner neuen Stelle also nicht planen.

Kürzere Urlaube sind allerdings möglich: Mit jedem Monat im Unternehmen hast du Anspruch auf 1/12 deines Jahresurlaubs - sofern keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen.

2. Darf mein Chef oder meine Chefin mir vorschreiben, wann ich Urlaub nehmen darf?

Nein. Im Gesetz steht, dass der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern den Urlaub nach deren Wünschen genehmigen muss. Gibt es allerdings Betriebsferien, in denen die Produktion ohnehin pausiert, so kann der Chef bestimmen, dass ein Teil des Urlaubs in dieser Zeit stattfindet. Ähnliches gilt, wenn es zu unvorhergesehenen Engpässen kommt.

Umstritten ist, inwiefern der Arbeitgeber aktiv werden und den Urlaub einfach festlegen darf, wenn der Mitarbeiter ihn nicht von sich aus beantragt.

3. Darf ich Resturlaub mit ins neue Jahr nehmen?

Nein. Rechtlich gesehen müssen Urlaubstage genau in dem Jahr aufgebraucht werden, für das sie gedacht sind. Bei unvorhergesehenen Gründen wie einem Personalengpass oder einem plötzlichen Anstieg des Arbeitsvolumens ist es möglich, den Resturlaub erst im neuen Jahr zu nehmen - allerdings vor dem 31. März.

Auch, wenn Arbeitnehmer krank werden und ihren Urlaub am Jahresende nicht antreten können, dürfen sie die freien Tage noch bis zum 31. März des Folgejahres nehmen. Bei Arbeitsausfällen über längere Zeit kann der Urlaubsanspruch sogar noch bis zu 15 Monate erhalten bleiben, also bis zum 31. März des übernächsten Jahres. Für diese Regelung ist eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit nötig.

Je nach Unternehmen oder Tarifvertrag gelten aber andere Regeln. Dann dürfen Mitarbeiter auch ohne Gründe einige wenige Tage ins neue Jahr übertragen.

Der Europäische Gerichtshof hat kürzlich entschieden, dass der Urlaubsanspruch aber nicht einfach verfällt, wenn ein Mitarbeiter keine freien Tage beantragt. Der Arbeitnehmer sei gegenüber dem Unternehmen die schwächere Partei und könnte aus Angst vor negativen Konsequenzen abgeschreckt sein, den Urlaub zu beanspruchen. Damit der Urlaubsanspruch verfällt, muss der Arbeitgeber nachweisen, den Mitarbeiter über den Resturlaub und den drohenden Verfall aufgeklärt zu haben.

4. Kann ich mir meinen Resturlaub auszahlen lassen?

Nein. Da Urlaub laut Gesetz der Erholung dient, können sich Mitarbeiter übrige Urlaubstage nicht einfach bezahlen lassen.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Wenn das Arbeitsverhältnis gekündigt wurde und der Mitarbeiter keine Möglichkeit mehr hat, den Urlaub vorher noch zu nehmen. In diesem Fall darf er sich die Urlaubstage auszahlen lassen.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs gilt auch für diese Situation: Setzt ein Unternehmen den Mitarbeiter über Resturlaub und den möglichen Verfall nicht in Kenntnis, muss er ausgezahlt werden.

5. Muss ich an Heiligabend und Silvester je einen ganzen Urlaubstag eintragen?

Ja. Da Heiligabend und Silvester keine gesetzlichen Feiertage sind, müssen Arbeitnehmer per Gesetz jeweils einen ganzen Urlaubstag beantragen.

Allerdings kommen viele Unternehmen ihren Mitarbeitern entgegen und geben ihnen nachmittags oder sogar den jeweils ganzen Tag frei. Einen rechtlichen Anspruch darauf gibt es aber nicht.

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